Modul 1

In diesem Modul wirst du erfahren wie die Verarbeitung von Stress in deinem Körper und Geist erfolgt. Welche Rolle dabei der Sympathikus & Parasympathikus spielen und warum unser uraltes eingebautes Flucht-Kampf System in der heutigen Zeit ein Update nötig hätte. 

Außerdem wirst du lernen, wie und warum uns Stress auf Dauer krank macht und was du tun kannst, damit dir das nicht passiert. 

Übersicht Inhalt Modul 1

  • Verarbeitung von Stressreizen
  • Sympathikus & Parasympathikus
  • Flucht-Kampf-Mechanismus
  • Warum und wie Stress krank macht
  • Was kann ich tun, damit Stress nicht krank macht?

Verarbeitung von Stressreizen

  • Was ist Stress? 
  • 3 Teile einer Stresssituation 
  • Verarbeitung Sterssreize

Sympathikus & Parasympathikus

  • Erklärung Sympathikus & Parasympathikus
  • Funktionen Sympathikus & Parasympathikus
  • Signalübertragung

Flucht-Kampf-Mechanismus

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Wie Stress krank macht

Stresstrias

Unterstützung bei Stress

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Verarbeitung von Stressreizen

Was ist Stress? Äußere und innere Belastungen, die den Körper in einen Zustand der subjektiv wahrgenommenen Gefahr versetzt. (Diese muss objektiv betrachtet nicht unbedingt realistisch sein). Der Körper wird in „Alarmbereitschaft“ versetzt.

3 Teile einer Stresssituation

  • Stressoren: Anforderungen von Außen – „Ich gerate in Stress, wenn…“ Leistungsanforderungen, soziale Konflikte, Zeitdruck, Störungen etc.
  • Persönliche Stressverstärker: Anforderungen an uns selber / Glaubenssätze – „Ich setze mich selber unter Druck indem…“: Ungeduld, Perfektionismus etc.
  • Stressreaktionen: Eigene Reaktion auf Stresssituationen – „Wenn ich im Stress bin, dann…“ Körperliche und emotionale Aktivierung

 

Stress unterliegt einem Paradox:  einerseits ist er überlebenswichtig und gleichzeitig aber auch lebensbedrohlich. Heutzutage ist eigentlich klar, dass Stress ein gesundheitlicher Risikofaktor ist. Allerdings wird er auch häufig als Entschuldigung für Fehlverhalten verwendet oder als Statussymbol eingesetzt.

Stressreiz wird über den Sehnerv aufgenommen und gelangt über das limbische System in den Kortex, unser „Denkhirn“, welches jeden einkommen Reiz bewertet und mit unseren Erfahrungen abgleicht. Wird ein Reiz als „Gefahr“ bewertet, wird über unser Stammhirn unser Nervensystem aktiviert und wir reagieren auf den Reiz.

 

Vegetatives Nervensystem: Sympathikus & Parasympathikus

Sympathikus und Parasympathikus sind Teil des vegetativen Nervensystems (autonomen Nervensystems). Das vegetative Nervensystem bildet mit dem somatischen Nervensystem das vollständige Nervensystem des Menschen und besteht aus drei Teilen: dem sympathischen Nervensystem, dem parasympathischen Nervensystem und dem enterischem Nervensystem. Es reguliert alle Funktionen autonom und selbstständig, ohne das wir dies willentlich steuern. Wenn du beispielsweise Sport treibst oder dich anstrengst, atmest du automatisch schneller und beginnst vielleicht zu schwitzen. So wird die Sauerstoffzufuhr erhöht, die Durchblutung zu gesteigert und der Körper gekühlt. Deine körperliche Reaktion bei Aktivität kannst du nicht direkt beeinflussen. Indirekt kannst du aber dein vegetatives Nervensystem beruhigen, indem du beispielsweise Stress reduzierst oder durch Techniken wie Yoga, Meditation. 

Das sympathische Nervensystem und das parasympathische Nervensystem sind quasi Gegenspieler und haben entgegengesetzte Wirkungen auf unseren Körper. Die beiden Gegenspieler übernehmen situationsabhängig die Regulation lebenswichtiger Körperfunktionen wie zum Beispiel den Herzschlag, die Atmung oder Verdauung. In unterschiedlichen Situationen steuern sie verschiedene Organfunktionen und haben damit unterschiedliche Auswirkungen. Der Sympathikus reguliert die Körperfunktionen wenn wir aktiv oder in Stresssituationen sind. Der Parasympathikus hingegen steuert unser Nervensystem in entspannten Situationen oder Ruhephasen. Das enterische Nervensystem oder auch Darmnervensystem reguliert unsere Verdauung und Darmaktivität, wird aber durch den Sympathikus und Parasympathikus beeinflusst. 

Der Sympathikus ist quasi unser unbewusstes Gaspedal, das uns auf Touren bringt, unseren Organismus auf eine Aktivitätssteigerung einstellt und Körperreaktionen wie bspw. das Ausschütten von Hormonen wie Adrenalin in Gang setzt. Seine Reaktion läuft im “Fight or Flight” Modus (Kämpfe oder Fliehe). Der Parasympathikus hingegen stellt unseren Körper auf  Ruhe- und Regenerationsphasen ein und es gilt der Merkspruch “Rest and Digest” was soviel bedeutet wie Ruhe und Verdaue. 

 

Wirkung und Funktionen von Sympathikus & Parasympathikus

Der Sympathikus, Parasympahikus und enterische Nervensystem haben unterschiedliche Wirkungen auf unseren Körper. Diese werden im folgenden dargestellt. 

Das enterische Nervensystem hat Einfluss auf die Bewegung des Darms, die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes, die Steuerung der Bauspeicheldrüse und damit die Abgabe von Verdauungssäften über die Darmschleimhaut, das Völlegefühl oder auch Magenschmerzen. Das sympathische und parasympathische Nervensystem haben auf eine Vielzahl von Körperfunktionen Einfluss. Zum Beispiel: 

Augen: Sympathikus vergrößert die Pupillen, sodass mehr Licht aufgenommen werden kann und wir bspw. im Dunkeln besser sehen können. Parasympathikus bewirkt eine Verengung der Pupillen. 

Speichelproduktion: Sympathikus hemmt die Speichelproduktion, Parasympathikus erhöht sie, sodass Nahrung besser aufgenommen werden kann. 

 

https://studyflix.de/biologie/sympathikus-parasympathikus-vergleich-2926

 

Übersicht Sympathikus

  • Auge: Pupillenerweiterung 
  • Speicheldrüsen: verminderte Speichelproduktion
  • Lunge: Erweiterung Bronchien, verringerte Schleimproduktion
  • Herz: beschleunigte Herzfrequenz
  • Magen-Darm Trakt: geringe Darmbewegung
  • Bauchspeicheldrüse: verringerte Verdauungsenzymproduktion
  • Haut: Haare stellen sich auf, Verengung Blutgefäße, geringe Durchblutung, Schweißproduktion

Übersicht Parasympathikus

  • Auge: Pupillenverengung
  • Speicheldrüsen: vermehrte Speichelproduktion
  • Lunge: Verengung Bronchien, vermehrte Schleimproduktion
  • Herz: verlangsamte Herzfrequenz 
  • Magen-Darm Trakt: erhöhte Darmbewegung
  • Bauchspeicheldrüse: Erhöhte Verdauungsenzymproduktion
  • Haut: keine Auswirkungen

Signalübertragung

Damit der Sympathikus und Parasympathikus Signale an bestimmte Organe leiten kann, sind die Nervenzellen über Ganglion miteinander verbunden. Durch chemische Botenstoffe (Neurotransmitter) findet an der Kontaktstelle die Signalübertragung statt.

Flucht-Kampf-Mechanismus

In Stresssituationen reagiert unser „Reptiliengehirn“ wie vor 2.000 Jahren als würde uns ein Säbelzahntiger begegnen – nur das es heute der Chef ist, die Nachbarin oder die Prüfungssituation. Der Körper reagiert mit Freeze, Fight, Flight – Kämpfen, Flüchten, Erstarren.

Wie Stress krank macht

Nicht jeder Stress macht gleich krank. Es gibt auch gesunden Stress, der für den Menschen einen Trainingsreiz darstellt. Gefährlicher Stress wird auch Disstress genannt und gesunder Stress wird als Eustress bezeichnet.

Haben wir es täglich mit vielen Disstress-Reizen zu tun, aktiviert das Gehirn die zweite Stressachse. Hierbei wird das Hormon Kortisol ausgeschüttet. Der Körper bleibt auf dem Gaspedal stehen und hält zur Stressbewältigung ein dauerhaft hohes Energieniveau. Der Sympathikus läuft dauerhauft auf Hochtour und diese sympatische Dominanz führt auf Dauer so zu  gesundheitlichen Folgen.

Aus  dem Grund ist es wichtig, zu lernen den Parasympathikus direkt anzusteuern, um Stresskrankheiten auf Dauer vorzubeugen.

Unterstützung bei Stress

Instrumentelle Stressreaktionen, mentale Stressreaktionen und regenerative Stressreaktionen trainieren.

 

  • Regenerative Stresskompetenz – erholen und entspannen: Entspannungstraining, Sport & Bewegung, Genießen im Alltag, Hobbys, regelmäßige Pausen
  • Instrumentelle Stresskompetenz erweitern – Anforderungen aktiv angehen: Prioriäten setzen, Zeit planen, Grenzen setzen, Netzwerk pflegen, Fortbildung
  • Mentale Stresskompetenz erweitern – förderliche Einstellungen entwickeln: Realität annehmen, Innere Distanz bewahren, Positives sehen, eigene Grenzen akzeptieren, Chancen und Sinn entdecken